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Sponsorensuche – Geldquellen für Schulen
Ein neuer Ansatz in der Managementfunktion der Schulleitung bietet Schulleitern, die an kreativen Lösungen und unkonventionellem Handeln interessiert sind, einen wirksamen Aktionskreis, der Unabhängigkeit und völlig neue Gestaltungsspielräume eröffnet.
Verwaltung des Mangels? Nein danke!
Die meisten Schulen leiden unter der Finanzschwäche der öffentlichen Hand. Die garantierte staatliche Mittelzuweisung deckt nicht einmal den dringendsten Bedarf. Vielerorts ist Schule zu einem Synonym für Armut der Ausstattung und Verkommenheit der Räumlichkeiten geworden.
Obwohl alle in der Schule tätigen wissen, dass die vielen Jahre des Schulbesuchs Kinder in jeder Hinsicht prägen, wird dieser Zustand als Normalfall akzeptiert. Dies muss nicht so sein.  Schulen müssen Standards setzen, damit Kinder aus benachteiligten Familien überhaupt eine Vorstellung von  einer lebenswerten Umgebung, ästhetisch ansprechender Ausstattung und Versorgung mit  ordentlichen Materialien bekommen.
Geld ist vorhanden, man muss sich diese Quellen nur erschließen. Das beginnt mit einem grundlegend neuen Verständnis der Rolle der Schulleitung. Nicht die Verwaltung des Mangels ist die erwartete Aufgabe, sondern die Managementfunktion der Mittelbeschaffung ist ein zentraler Bereich. Hier sind Fantasie und Kontaktfreude Schlüsselqualifikationen.
Sponsoren sind in der Regel erfolgreiche Personen, die Sinn für besondere Leistungen haben, weil sie selber über das Normalmaß hinaus leistungsbereit sind. Sie unterstützen gerne Projekte, die auf außergewöhnliche Initiativen hinweisen. Deshalb muss vor der Sponsorensuche eine attraktive Projektbeschreibung und Eigenleistung der Schule an diesem Vorhaben stehen. Wie dies konkret aussehen kann, möchte ich an zwei  Beispielen zeigen.
Die Anschaffung eines großen Spielgeräts
Die geschätzten Kosten beliefen sich auf ca. 10.000.- Euro.
Die Stadt Kassel als Schulträger sah sich nicht in der Lage, Geld- oder Sachleistungen beizusteuern.
Also organisierten wir einen Sponsorenlauf unserer Schüler, der 5.ooo.- Euro einbrachte, siehe hierzu Kapitel Sponsorenlauf in der Broschüre „Sterntaler“.
Dieser große Erfolg wurde in der Schulgemeinde publiziert. Das veranlasste den Vater eines Kindes unserer Schule, der Bauunternehmer ist, uns die Sachleistung der Erdarbeiten zu spenden, ca. 2.200.- Euro. Hierüber sprach er mit dem Inhaber eines Betonwerks. Das wiederum hatte zur Folge, dass uns der Beton im Wert von  1.200.-  Euro für den Einbau gespendet wurde.
Für die Finanzierung der Restsumme konnten wir die AOK-Hessen gewinnen, die sich gerne an gesundheitsfördernden Projekten beteiligt. Die Aufstellung wurde durch ehrenamtliche Helfer des Fördervereins geleistet. Die Ironie des Schicksals wollte es, dass die Stadt Kassel nun die Eigentümerin des Geräts ist.
Flügel und Cembalo
Musikinstrumente dieser Klasse sind in Grundschulen eher selten zu finden.
Durch private Kontakte zu Künstlern und  Studierenden der Kasseler Musikakademie organisieren wir halbjährlich klassische Konzerte und Lesungen für die Eltern unserer Schüler und die Freunde der Schule.  Hierzu laden wir auch Meisterschüler ein, die aus dem Ausland nach Kassel kommen. Die Künstler freuen sich über die Möglichkeit vor Publikum zu spielen, weil dies Teil ihrer Ausbildung für eine professionelle Karriere ist.  Der Förderverein übernimmt das Catering und sorgt für den festlichen Rahmen.
Anlässlich eines solchen Konzerts war eine Dame so beeindruckt von der Leistung der Künstler, die uns ihren Beitrag kostenlos zur Verfügung stellten, dass sie uns den Flügel schenkte, den sie von ihrem Vater geerbt hatte.
Als ich meinem ehemaligen Deutschlehrer hiervon erzählte, fragte er: „Möchten Sie mein Cembalo haben?“ Es war leicht reparaturbedürftig. Das regelte der Förderverein. Durch unsere hochwertige Instrumentenausstattung sind wir jetzt in der Lage, selber zum Sponsor zu werden. Wir stellen unsere Instrumente dem VHS-Orchester und dem Bach-Ensemble für Übungszwecke zur Verfügung. Als  Gegenleistung  werden wir Beiträge zu unseren Konzerten  bekommen.
Ein wesentlicher Faktor der Sponsoringarbeit liegt in der Veröffentlichung:
Über Erfolge muss man sprechen.
Dies kann vielerorts geschehen. Nahezu jeder Gesprächspartner, der über eigenes Geld verfügt, oder eine Institution vertritt, die Öffentlichkeitsarbeit betreibt, ist hierfür geeignet. Voraussetzung für die Spendenbereitschaft ist die Sinnhaftigkeit des dargestellten Projekts. Dabei ist festzustellen, das große Projekte eher gefördert werden als kleine. Der Sponsor identifiziert sich leichter mit einem attraktiven Vorhaben, als mit der einer Geldausgabe, die nach dem Gießkannenprinzip erfolgt.
Wir ehren unsere Sponsoren, die mehr als Euro 250.- spenden mit einem Schild auf unserer Sponsorensäule, die in der Eingangshalle der Schule für jeden gut sichtbar  angebracht ist. Diese Schilder werden von einer Werbefirma professionell nach dem vorgegebenen Firmenlogo hergestellt.
Bei Großspenden über diesen Betrag hinaus informieren wir die örtliche Presse, die mit einer entsprechenden Veröffentlichung reagiert. Außerdem werden die Sponsoren in Elterninformationsbriefen genannt. Ansonsten gibt es keine Erwähnungen oder Werbemaßnahmen.
In unserer Broschüre, „Sterntaler“ Sponsoring und Geldquellen für Schulen, geben wir viele Hinweise, wie diese neue Form der Mittelbeschaffung umzusetzen ist und zeigen Wege auf, diese interessante Aufgabe in das Denken über schulische Angelegenheiten aufzunehmen. Wer die konkreten Auswirkungen der finanziellen Handlungsfähigkeit auf die pädagogische Arbeit erfahren hat, wird sie nicht mehr missen wollen, denn allzu häufig scheiterten gute Vorhaben am nicht vorhandenen Geld. Der neue Ansatz jedoch kehrt die Sache um. Wir kalkulieren zuerst die Kosten und fragen  dann uns nach einem Weg der Geldbeschaffung.
Outburning? Wieso?
Die konkrete Arbeit im Aktionskreis der Geldbeschaffung ist eine wirksame Anwort auf die häufig anzutreffende Outburninggefahr. Erfolg und die damit zusammenhängenden positiven Effekte wirken sich auf alle an dieser Arbeit beteiligten aus. Die neue Handlungsfähigkeit und Einbeziehung der Außenkontakte gibt der Schule die Impulse, die notwendig sind, damit Schulen sich nicht als Fremdkörper in einer modernen Welt empfinden. Wer selbst gestaltend tätig sein kann, freut sich auf den nächsten Tag.
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Lesen sie dazu auch das Presseecho aus: "Die Zeit" vom 21. Juni 2007
 
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